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Kein Fanö, kein Mandö, kein Festland ist mehr zu sehen. Seit Stunden paddeln wir auf einer in einem Grauschleier verhüllten Nordsee. Starkregen setzt uns heftig zu, in der Ferne donnert es. Schon lange haben wir die letzte Prigge eines gekennzeichneten Wattfahrwassers hinter uns gelassen. Wir fahren trotz Kompass blind, es fehlt jede Landmarke. Wir können unseren Versatz durch Wind und Ebbstrom kaum einschätzen. Eigentlich müssten wir in regelmäßigen Abständen Fahrwassertonnen sehen. Nichts da, die Sicht ist viel zu schlecht.

Langsam macht sich bei mir Beklemmung breit. Ich wundere mich über das Gottvertrauen meinen Reisegefährten. Zurück geht nichts mehr, die Strömung ist zu stark. Ein Kurs stur nach Osten würde uns irgendwann „festen Boden“ an einer Wattkante erreichen lassen. Nur was nützt das? Man steht im Regen, friert, kann kein Zelt aufbauen und säuft mit der nächsten Flut doch wieder ab. Also weiter Richtung offene See.

Eine namenlose Tonne zischt an uns vorbei um Minuten später wieder unsichtbar zu werden. Irgendwann muss der Koresand doch auftauchen. Endlich, wir sehen etwas! Eine von Seehunden bevölkerte Wattkante taucht auf. Das muss der Koresand sein. Hier müssen wir nur einige Kilometer an der Kante entlang fahren, bis ein kleiner Priel einmündet, welcher uns nach Mandö führen soll...

Wir paddeln tapfer gegen Wind und die höher werdenden Wellen, nur taucht kein Priel auf. Es ist wie verhext. Mittlerweile hat es aufgeklart, wir sehen unser Tagesziel Mandö in der Ferne. Immer noch kein Piel zusehen, irgendetwas stimmt nicht! Wir steigen aus, vor uns liegt eine nackte, unberührte Sandfläche von unendlicher Weite, wie aus einer anderen Welt.

Von einer etwas erhöhten Position erkunden wir mit dem Fernglas die Umgebung. Steht da nicht mitten in der riesigen Sandfläche eine Prigge? Sieht irgendwie aus wie eine umgedrehte Klobürste. Jetzt dämmert es uns: Entgegen der Darstellung auf unserer Seekarte ist der gesuchte Priel bei Ebbe leergelaufen. Wir sind Schlichtweg an der Einmündung vorbeigefahren.

Mit einsetzen der Flut laufen wir in den Priel ein und erreichen schließlich Mandö. Nach 30 nervenaufreibenden Kilometern bauen wir unsere Zelte auf und krabbeln erschöpft in die Schlafsäcke.  Ruhe finden wir auch hier nicht, schwere Sommergewitter mit Starkregen prasseln auf unsere Zelte nieder. Bei einigen Donnerschlägen vibriert die Luftmatratze.

Und schön war doch…

Nachfolgen einige Impressionen einer Nordseefahrt:

keine peilung 1

keine peilung 2

keine peilung 3

keine peilung 4

keine peilung 5

keine peilung 6

keine peilung 7

keine peilung 8

 

 

 

 

 

 

 

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