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Auf meinen Paddelhöhepunkt im November freute ich mich schon lange. Ich konnte Guido neugierig machen und Urlaub hatten wir beide zur selben Zeit . Also Boote aufs Autodach und los.
Weil es an die Ardeche ein sehr weiter Weg ist und das Wetter mitspielte, machten wir den ersten Stopp am Tanzwerder, „da wo Werra und Fulda sich küssen...“ und paddeln von  Witzenhausen nach Hann. Münden und am Folgetag von Bad Soden-Allendorf nach Witzenhausen.

Von Witzenhausen geht’s zum Übernachten an das Bootshaus der Kanu Gesellschaft Neckarau, meinem ehemaligen Verein, wo wir schon zum Klönschnack erwartet wurden  Ich hatte Gelegenheit meine Enkelkinder zu sehen.  Das Wetter wurde schlechter und wir rollten weiter nach Südbaden exakt nach Müllheim wo wir auf einem Stellplatz für Wohnmobile übernachteten bevor wir die Grenze nach Frankreich überquerten. Über Mulhouse, Belfort, Besancon, Lyon ging es immer weiter nach Süden bis wir nach Westen ins Zentralmassiv abbogen und im dunkeln in Vallon Pont d'Arc eintrafen. Der Camping, der das ganze Jahr offen hat war natürlich geschlossen, so dass wir  in der Einfahrt übernachteten und uns am nächsten Morgen in der Tourist Info nach einen anderen offenen Platz umschauten.
Dann mochten wir ja auch noch paddeln. Und da Guido bisher noch keine Wildwassererfahrung hatte und natürlich auch zum gemütlichen einpaddeln, gingen wir das entspannt an:

Guido mit dem Wildwasserboot. Auf der Ardeche von Vallon nach Chames sind es sechs Kilometer. Hier 'ne Welle, da 'ne Welle aber der Charlemagne dazwischen. Da wird der Fluss breit und fällt über einige Stufen zum Pont d'Arc zum Felsentor ab. Ganz rechts und ganz links gibt es  saubere Durchfahrten, trifft man die nicht,  rumpelt es heftig und Mensch und Maschine werden gespült. Nachdem wir dieses Stück kenterfrei gemeistert haben steht am nächsten Tag die Beaume auf dem Plan.

Von Labeaume bis zur Mündung  in die Ardeche und weiter bis zum Sampzon ans Wehr.  Schwierigkeitsgrad und Streckenlänge steigern sich. Mehr Kurven Kiesbankschwälle, enge Durchfahrten, Prallwasser und unterspülte Felsen, 'mit Baum-und-Strauchhindernissen ist zu rechnen'. Man sollte nur die Durchfahrten wählen, die man überblicken kann.

Am dritten Tag die ganze Schlucht – 30 Kilometer. Guido mit dem Langschiff.  Alle mit Namen versehenen Sehenswürdigkeiten,  Schwälle, Hindernisse und sonstige Schwierigkeiten haben wir hinter uns und sind in Sauze le Plage angekommen wo das zuvor abgestellte Auto wartet.

Kulturtag, wir paddeln heute nicht, fahren die Schlucht auf der Straße entlang und genießen die Aussichtspunkte und besuchen die Gorge de la Madeleine.  Ein toller Vortrag der mit einer Komposition aus Lichtschau und  Carl Orffs Carmina Burana endete. Bewölkung zieht auf. Am Abend hängen die Wolken sehr tief und die Temperatur steigt. Das Tiefdruckgebiet über Spanien treibt die Wolken vom Mittelmeer das Tal hinauf. In der Nacht beginnt es zu regnen - ach was, es schüttet.

Und am Morgen ist der rot-grün-Pegel an der Brücke in Vallon nicht mehr zu sehen. Die Regionalzeitung Dauphine titelt: „l'eau en furie“. Paddeln ist heute nicht! Am Abend höre ich, dass Eric am Sapzon in seinem Haus angekommen ist  und auch Ralf und Holger aus Mannheim sind in Champelplot angekommen. Peter und Wolles kommen am Freitag.

Ibie. Erst wenn der Wasserstand in der Ardeche zu hoch ist, wird der Ibie fahrbar. Weil er nur selten richtig Wasser hat wachsen Bäume und Büsche im Flussbett. Ein schöner Bach der keine Fehler verzeiht.  Wir trafen uns am Ausstieg mit Eric, Ralf und Holger. Boote umgeladen und hinauf nach Villeneuf-de-Berg. Guido und ich waren nach einem Kilometer schon fertig, wir brachen die Fahrt ab. Am Abend das Essen bei Eric.

Am Mittwoch fährt Guido Richtung Heimat, da nicht absehbar ist, wie lange das Hochwasser noch anhält und ob er noch zum paddeln kommt. Ich ziehe um nach Champelplot. Am Donnerstag fahren Eric, Ralf und ich noch einmal die ganze Schlucht bei mehr als 1,20 Meter am Pegel und hören am Abend, dass die Veranstaltungsleitung den Marathon am Sonntag stattfinden lässt.  Am Freitag noch einmal den Ibie, steigen aber weiter unten am Wehr ein und fahren bis zur Mündung und auf der Ardeche weiter bis nach Chames. Am Sonnabend die Anmeldeprozedur, Umschau und Einkauf im Salle de fete, der zur Messehalle umfunktioniert ist. Dort finden auch am Sonntagabend die Ehrungen, die Tombola und die Party statt.

Am Sonntag startet der Marathon bei einem Pegel von etwas über 70 Zentimetern. Es regnet. Stark. Mit 2:47 Stunden werden mein Yoho und ich im Ziel gestoppt.  Das Nummernleibchen abgeben, eine warme Suppe schlürfen und die Boote verladen. Wir haben keinen trockenen Faden mehr an uns und zurück nach Vallon, wo Erics Auto wartet.. Das Wasser am Wehr in Vallon ist wieder trüb, der Pegel wieder rot. Das war der nasseste Ardeche Marathon aller Zeiten meint Eric.

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