Es ist nicht meine erste Fahrt mit Gepäck, aber schnell wird deutlich: Nordsee ist anders. Es beginnt schon mit der Vorbereitung: In der üblichen Chatgruppe ist von Ausrüstung die Rede, die ich bisher nicht vermisst hatte, z.B. einen Helm oder eine Schleppleine. Und dann gab es sogar ein Online-Vorbereitungstreffen mit Folienvortrag mit Organisatorischem wie einer Gruppeneinteilung für Anfahrt und Überfahrt, aber auch Umgang mit Unsicherheiten. Es wird klar: Unsere vier Fahrtenleiter sind nicht nur sehr erfahren und wissen, was sie tun, sondern sie sind auch wirklich gut vorbereitet.
Das sind wir jetzt auch und das Pfingstwochenende kann starten. Die Abfahrt in Neuharlingersiel ist tideabhängig: Man startet mit ablaufendem Wasser, an diesem Freitag kann es ab 17 Uhr losgehen. Und welche Überraschung: Wir sind nicht die einzigen, die für dieses Wochenende nach Spiekeroog paddeln!

Nachdem alle Boote beladen und die Autos geparkt sind, starten 18 Menschen vom WVS und vom Paddelverein Lüneburg in drei Gruppen im Hafen zwischen Fähren und Segelbooten. Die Sorge vor zu hohem Wellengang oder der Brandung bei der Ankunft ist absolut unbegründet. Die Nordsee ist heute zahmer als unsere Elbe an vielen Tagen. Es ist trotzdem spannend, sich hier zu orientieren ist nicht einfach: Hier ist die Fahrrinne, dort ist die Sandbank, dazwischen müssen wir durch

Auf Spiekeroog gelandet, parken wir unsere Boote neben vielen anderen und es wird deutlich: Es gibt viele Wiederholungstäter und viele kennen sich von vorherigen Touren.

Unsere alten Hasen treffen hier viele andere Hasen. Wir schlagen unsere Zelte zwischen den Dünen im Texastal auf.

Ein Nebenbereich des einzigen Campingplatzes auf Spiekeroog. Autos gibt es nicht auf der Insel, also auch keine Wohnmobile oder Wohnwagen. Der erste Abend endet mit Überlegungen zu den möglichen Aktivitäten für die kommenden Tage. Vermutlich wird es auch in den kommenden Tagen keine große Brandung geben.

Samstag hatten wir die Wahl, wie wir das heiße und sonnige Wetter nutzen wollten: Eine Gruppe ist zur Nachbarinsel Langeoog gepaddelt. Dort ging es in die Meierei, ein wirklich leckeres Cafe ein Stück landeinwärts.

Eine weitere Gruppe ist zur Sandbank gefahren in der Hoffnung, dort ein paar Wellen zu finden und hat dort Rollen- und Kentertraining gemacht

Eine dritte Gruppe ist zunächst zu Fuß nach Spiekeroog Dorf gelaufen und hat dort die Eisdiele getestet und ist erst am Nachmittag zu einem Kenter- und Rollentraining gestartet.
Vor allem die „Langeoog-Gruppe“ hatte etwas kabbeliges Wasser und wurde von einer Robbe begleitet, die anderen haben eher ruhige Bedingungen.


Auch der Sonntag war heiß und sonnig und das Programm war ähnlich: Eine Gruppe läuft ins Dorf zum Eis essen, die anderen paddeln zur Ansteuerungstonne in der Otzumer Balje. Von Tonne zu Tonne geht es ca 7,5km hinaus Richtung offenes Meer, dort wird die Tonne umrundet, dann geht es zurück.


Auch diese Strecke wird nach der Tide geplant, so dass wir immer mit den Gezeiten paddeln. Abends gab es in großer Runde Pizza für alle und coole Mützen für unsere coolen Fahrtenleiter.
Vielen Dank an Euch!


Davor, dazwischen und danach wird das entspannte Leben auf dem Campingplatz genossen.

Obwohl er ausgebucht ist, herrscht eine entspannte und freundliche Stimmung zwischen den vielen Zelten und auch der örtliche Kiosk macht ein gutes Geschäft- auch mit Eis…


Die Tide zwingt am Montag zu zwei verschiedenen Reisezeiten. Die frühen Vögel starten um 6 Uhr auf dem Wasser mit eingepacktem Zelt und beladenen Booten und sind gegen Mittag am Bootshaus. Die Nachteulen genießen noch einen ruhigen Ausklang und starten ab 15 Uhr Richtung Neuharlingersiel. Ankunft am Bootshaus ist dann auch erst gegen 22 Uhr.


Ich habe ein tolles Wochenende mit vielen Eindrücken und Anregungen erlebt. Nochmals vielen Dank an alle Mitpaddler und besonders an Jan, Martina, Martin und Ralf!
