Noch zwei Kurven, dann sind wir da

Um es vorweg zu nehmen: die Strecke vom Schweriner zum Plauer See auf das Wort "Kanal" zu reduzieren, würde ihr nicht gerecht. Schon allein wegen dem überraschend schönen, überraschend großen Schweriner See, an dessen Nordufer wir starten (Hohen  Viecheln). Wind und Wellen lassen Seekajakfeeling aufkommen, die Inseln Lieps im Norden und Kaninchenwerder im Süden bescheren uns nach regnerischen ersten Paddeltagen Plätze zum Übernachten.

Auf Lieps wird das freie Zelten traditionell toleriert. Allerdings ist man hier nicht allein: Vierbeinige und zweibeinige Besucher haben im Laufe des Sommers ihre Spuren hinterlassen; nicht immer appetitlich. Auf Kaninchenwerder befindet sich ein Wasserwanderrastplatz neben einem verlassenen Ausflugsrestaurant. Auf dessen breiter Veranda sitzen wir einen verregneten Abend aus. Highlights dazwischen: eine Umrundung des Schweriner Märchenschlosses und mitreisefreudige Wasservögel,  die erst Jörgs, dann Elisabeths Kajak entern.

Der Schweriner See entwässert nach Süden, über den Störkanal in die Müritz-Elde-Wasserstrasse, die bei Dömitz in die Elbe mündet. Der Kanal wurde im 16. Jahrhundert gebaut. Die erste Schleuse, bei Banzkow, entstand 1566. Es ist eine von fast zehn, die wir in dieser Woche passieren; einmal mit einem Höhenunterschied von ganzen elf Metern.

Diese Paddelstrecke zieht sich ein wenig. Schnurgerade geht es geradeaus. Erst beim Zusammentreffen der Kanäle wache ich aus der Paddeltrance auf, weil es - huch! - plötzlich rechtwinklig um die Kurve geht. Jetzt fahren wir "bergauf", in Richtung Müritz, und wieder geht's geradeaus. Zwei Kurven - das kann dauern.

In den folgenden Tagen ändert sich der Charakter des Wasserweges jedoch. Er folgt dem Verlauf der Alten Elde, ist von einem natürlichen Flusslauf streckenweise kaum zu unterscheiden. Schilfareale, Buchenwälder und Felder wechseln sich an den Ufern ab. Mal scheuchen wie einen Eisvogel auf, dann schwimmt ein Nutria vorbei. Das spektakulärste aber ist die Ruhe und die Abwesenheit von Menschen. Wir kommen nur durch wenige Orte, selten winken uns Spaziergänger oder Radfahrer vom Ufer aus zu. Auf einem winzigen Campingplatz wartet einzig eine Frau auf ihren Mann, der bei der Arbeit ist. Auf einem einsamen Spielplatz fährt ein Forstauto Patrouille. Und einmal stören wir eine einsame Nacktbadende. Das war's.

Parchim liegt etwas abseits vom Wasserweg, ist über einen kurzen Stichkanal erreichbar. Hier ist es noch so, wie ich die Jahre nach der Wende in der Mecklenburger Seenplatte erinnere: Wir sind die einzigen Wasserwanderer, ziehen die Boote an Land und schlappen in Richtung Supermarkt. Wie Lübz wirkt das Örtchen einladend und herausgeputzt, und ich würde gern noch ein Weilchen bleiben. Aber der Wanderwart mahnt uns zur Weiterfahrt.

Nach diesen Tagen ist Plau am See fast ein Kulturschock. Motorbootautobahn, du hast uns wieder. Statt in der Natur zu zelten drängen wir uns in einer Marina zusammen, auf verbranntem, extrem unebenem Boden neben einer Schnellstraße. Wir bekommen die Boote hier nur schwer aus dem Wasser, denn wie fast überall in den vergangenen Tagen ist die Infrastruktur nicht auf Kanuten ausgelegt.

 

Text und Fotos von Christina

 

 

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