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Phänomenale Wasserstände in Lienz auf der Drau, Möll und der Gail machten die Wildwasserfahrt dieses Jahr zu einer Erfahrung der Sonderklasse...


…nein: Unsere Wetterspäher Karin und Günther warnten uns rechtzeitig vor und so planten wir kurzfristig um: Statt nach Lienz ging es in die Steiermark nach Wildalpen.

Bereits im Laufe der Woche holte Hartmut die Wildwasser-Kajaks von der Außenmühle. So mussten wir am Freitagabend nur noch unsere privaten Sachen in Hänger und Bus laden. Dabei wurde schnell klar: ohne Dachboxen und Beladen der Topo-Duos hätten wir auf viele wichtige Dinge verzichten müssen. Nach etwa drei Stunden waren dann alle Dinge verstaut und es ging für alle ins Bett.

Am nächsten Morgen dann der langersehnte Moment: Um 6.15h starteten wir am Bootshaus Süderelbe in Hamburg-Harburg. Karin und Günther waren bereits in Österreich. Sonja, Henriette und Thomas fuhren in ihrem Auto gen Süden. So reichten die Plätze in Hartmuts Bus gerade aus: Andreas, Bernd, Florian, Hartmut, Jens, Joachim und Nils, die Wildwasserabteilung des WV-Süderelbe. In Hamburg schien zur Abwechslung mal bei Abfahrt die Sonne und wir waren auf das Schlimmste vorbereitet, denn der Wetterbericht hatte für die Alpenregion starken Regen vorhergesagt. So kam es dann auch: Kaum hatten wir Deutschland verlassen, zog sich der Himmel zu. Wenig später: Regen, sehr beständig bis nach Wildalpen.

Dort angekommen, war die Stimmung verständlicherweise nicht besonders gut. Die Flüsse waren braun und der Platz aufgeweicht. Trotzdem rangen wir uns durch und bauten die Zelte auf. Bernd und Hartmut machten sich auf den Weg und suchten eine überdachte Pension. Zu unserem großen Glück machte der Regen Pause und wir konnten aufbauen ohne von oben nass zu werden. Familie Wolenski begrüßte uns herzlich (und trocken) und so ging der erste Tag mit einem Campingmenü in gemütlicher Runde zu Ende.

Der zweite Tag begann mit wenig Neuem: Es regnete. Nach ausgiebigem Frühstück sah es dann aber gar nicht mehr so schlecht aus: Zumindest der Regen hatte aufgehört und so ging es mit Auto, Hänger und Booten Salzaaufwärts bis zum Auslauf des oberen Stausees. Dort angekommen wurden in diesem leichten Flussabschnitt erste Erfahrungen mit Kehrwassern und kleinen Walzen gemacht. Der Wasserstand war recht hoch und so war auch für die erfahrenen Paddler etwas dabei. Nach der halben Strecke lies sich auch die Sonne für kurze Zeit blicken und so endete die erste Fahrt auf dem Zeltplatz trocken. Keiner war gekentert.

Am zweiten Tag konnten wir dies allerdings schnell ausgleichen: Er begann gleich mit mehreren Kenterungen. Da Andreas am Vortag mit dem gelben Prijon ziemlich viel stützen musste, wollten er und Florian den zweiten Streckenabschnitt im Topo-Duo hinter sich bringen. Eine kurze Testfahrt vor Beginn der Etappe an der Welle am Zeltplatz sollte für die entsprechende Sicherheit im Boot sorgen. …leider zerlegte es die Zwei bei dem Versuch die Stufe heraufzufahren und somit war das ‚Projekt Zweier‘ schnell ad acta gelegt und zurück zu den Einern gewechselt.

Ohne genaue Besichtigung der großen Walze unterhalb des Campingplatzes ging es weiter: Thomas‘ letzte Worte waren „Die Walze möglichst links unter der Österreich-Fahne nehmen“, aber die Flagge brauchte kein Glück: Sonja und ihn zerlegte es in der Walze genau wie Andreas. Bilanz 100m unterhalb des Campingplatzes: 5 Kenterungen. Karin hatte den besten Platz, sie beobachtete das Spektakel von der darüberliegenden Brücke mit Henriette.

Nachdem alle ihre Boote wiedergefunden hatten, konnte es weitergehen. Der Topo-Duo von Thomas und Sonja trug eine tief eingeschlagene Nase davon. Im Wildwasser des weiteren Verlaufs erwischte es fast alle. Lediglich Joachim, Nils und Hartmut behielten an diesem Tag trockene Haare. Hartmut bewies einmal mehr, dass auch Walzen mit dem Schwierigkeitsgrad III quer zur Welle, ohne viel Krafteinsatz und mit relaxtem Gesichtsausdruck gefahren werden können.

Beim Abendessen wurde Jens durch seinen waghalsigen Schwimmeinsatz durch Walzen und Stufen als Tagessieger gefeiert. Tagessieger in der Disziplin ‚Kerzen‘ wurde Andreas, der die gelbe Prijon-‚Maus‘ senkrecht in das Wasser stellte und trotzdem 100m später unter Außenmühlenbedingungen unter Wasser aussteigen musste.

Am Tag Drei fiel die Entscheidung schwer. Nochmals die Strecke von gestern? Die Schlucht? Das Wetter bot auch an diesem Tag nicht viel Aufmunterung und so entschieden wir uns nochmals für die Strecke vom oberen Stausee bis zum Zeltplatz. Das Highlight des Tages war der anschließende Sauna- und Badegang in Wildalpen. Abkühlung zwischen den Saunagängen bot der Fluss nebenan. Im Wildwasser ist an diesem Tag übrigens niemand baden gegangen wie dann auch für den Rest des Urlaubs nicht mehr. Am Grill ging dieser Tag mit Käsekrainern zu Ende.

Am vierten Tag stiegen wir in Fachwerk ein und machten uns an das Befahren der ‚Schlucht‘. Einigen von uns wurde die Schlucht im Vorfeld als ernste Kiste verkauft, andere sind uninformiert und blauäugig einfach mitgefahren, was nicht geschadet hat, da der Bach in der Schlucht auch nur mit Wasser kocht und halb so schlimm war. Abends wurde wieder gegrillt.

Der fünfte Tag verlief wie die anderen auch; das Wetter war wechselhaft aber es regnete nicht wirklich, während wir im Kajak saßen und so wurden wir wieder nur von unten nass. Da es der letzte Abend war, den die Gruppe in Gesellschaft von Karin und Günther verbringen durfte, aßen wir alle abends zusammen im ‚Krug‘ in Hinterwildalpen.

Am Vortag der Abreise war der international tätige ‚Mobile Babysitterdienst‘ aus dem Hause Wolenski leider nicht mehr verfügbar und so erlebte die Gruppe den letzten Wildwassertag in Rumpfbesetzung ohne Sonja und Thomas. Wir stiegen wieder, dieses Mal bei strahlendem Sonnenschein, in Fachwerk ein und paddelten nochmal durch die Schlucht bis zum Stausee. Dort wurde im kalten Wasser gebadet. Abends grillten wir im Beisein zahlloser fliegender Minivampire (irgendwo musste ja der Haken an dem guten Wetter sein) unsere Reste und kochten zusätzlich Nudeln. Unter Einfluss unserer Weinreste beschlossen wir, am Samstag um 5:30 Uhr aufzustehen. Außerdem packten wir zusammen, was nicht mehr benötigt wurde. Dabei fanden zahlreiche Mücken ihren Tod durch Paddlerhände.

Der Abreisetag begann wie erwähnt viel zu früh und der Zeltplatz konnte um 7:15 Uhr verlassen werden: Zu Beginn der Reise schien die Sonne oder es war zumindest trocken, in Bayern war das Wetter dann jedoch schon wieder sehr regnerisch-aber besser, man sitzt bei solchen Bedingungen im Auto als im Kajak oder auf dem Campingplatz.

Insgesamt eine herrliche Erfahrung mit wunderschönen Flüssen und krassen Gegensätzen wie schneebedeckten Gipfeln und warmen Sonnenschein.





























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