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Aus 2 Kooperationsvereinen, dem Ring der Einzelpaddler (RdE) und dem Wassersportverein Süderelbe (WVS) wurden in diesem Jahr 3: Die Niederdeutschen Wanderpaddler (NW) mit Sitz an der Billwerder Bucht (Norderelbe) sitzen nun mit im Boot.
 
Hansirunde
Erster Gastgeber der diesjährigen Gemeinschaftsfahrten war der RdE in Blankenese.  Am 27. Juni  ging es pandemiebedingt mit begrenzter Personenzahl auf eine gemeinsame Hansirunde. Für den WVS hatte Jens Eckerich 7 Personen gemeldet. NW-Organisator für jeweils 7 Boote war Hendrik Pinnau und für den RdE Frank Bremer (vertreten durch Nils Pawelka). 
Rechtzeitig vor Tidenkipp erreichten 21 Boote die Westspitze von Hanskalbsand und querten die Hahnöver Nebenelbe. Der Strand bei Lühe Wisch am niedersächsischen Elbufer leuchtete schon von weitem im Sonnenlicht und bot einen idealen Pausenplatz. Für einige war es eine Premierenfahrt auf der Unterelbe mit entsprechender Nervosität. Die Bedingungen waren gut, wenn auch zahlreiche Freizeitkapitäne unterwegs waren und unsere Route kreuzten. Mit Einsetzen der Flut legten wir wieder ab und paddelten nach Osten vorbei an Neßsand und Schweinesand. In der Nebenelbe ankerten Motoryachten und genossen das hochsommerliche Ambiente. Ruhiges Wetter lud zum Austausch der Teilnehmenden – von Boot zu Boot - aus den verschiedenen Vereinen ein. Die RdEten waren sichtlich stolz ihr vielseitiges Revier zu präsentieren. Durch die Bäume auf der Elbinsel lugte gelegentlich ein Ozeanriese hervor.  
Beim Umrunden der Ostspitze war das Wasser soweit aufgelaufen, dass die Sandbänke überflutet waren und nah am Strand gepaddelt werden konnte. Doch die Strömung war stark, und es kostete Mühe auf dem Hauptstrom einen knappen Kilometer gegen an zu paddeln. Doch das war nötig, um bei der Querung nicht zu weit abzutreiben. Mit Blick auf Blankenese schöpft jeder nochmal Kraft. Eine kleine Gruppe von WVSlern hatte sich vorab bei Elbkilometer 634 verabschiedet: sie wollten doch tatsächlich mit der Tide bis zum Heimatverein bei KM 615 in der Süderelbe kommen. Da stand ihnen noch eine aufregende Hafentour bevor.
Die gemeinsame Querung der Hauptgruppe auf Höhe der grünen Tonne 129 klappte perfekt. Mit dem Strom landeten alle Boote zielgenau am RdE-Bootshaus. Es waren 22 Kilometer gepaddelt worden. Eine gelungene Kooperationsfahrt, bei der alle das Zusammensein genossen haben. 
 
2 Blankenese
 
Norderelbe, Speicherstadt und Billekanäle
Bei der zweiten gemeinsamen Fahrt am 19. September wurde das Revier der Niederdeutschen Wanderpaddler erkundet. Hendrik Pinnau begrüßte als Gastgeber über 30 Paddlerinnen und Paddler und teilte Revierkundige als Vorausfahrer und Begleiter des Feldes ein. Organisator für den WVS war dieses Mal Martin Rutzen und für den RdE Frank Bremer. Insbesondere für manche RdEten war es ihr erster Besuch in der Billwerder Bucht. Aufgrund der Enge der Anlegestelle hatten einige von ihnen vorsorglich in Entenwerder eingesetzt.
Das Wetter spielte wieder einmal mit, und so brach die bunte Schar der Boote optimistisch in Richtung Hafencity auf. Am Magdeburger Hafen wurde in Richtung Speicherstadt abgebogen. Hier war diszipliniertes Fahren gefordert. Aufgrund des Niedrigwassers hatten wir die Fleete entlang der historischen Speicher fast für uns allein. Brooksfleet, Zollkanal und Binnenhafen boten jede Menge Sehenswürdigkeiten. Nach einem Blick zur Elbphilharmonie bei kabbeligen Hafenwasser bogen wir ins Kehrwiederfleet, wo es deutlich ruhiger zuging. Manche kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.  Bild 3 Bild 4
Doch das war längst noch nicht alles. Nach einer Elbquerung, die aufgrund der zahlreichen Barkassen und historischen Boote von den Organisatoren klare Ansagen und von den Aktiven Bootsbeherrschung verlangte, erreichten wir sicher den Hansahafen. Hier herrschte immenser Betrieb, da einige Oldtimer zu einer Parade ausliefen. Noch schnell an der Bordwand der Peking entlang und weiter zum Saalehafen und Zollhafen. Ein wirklich spannendes Revier und eine weitere Querung der Norderelbe am Ende des Peutekanals. 
 
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Nach einer kurzen Pause beim NW ging es weiter durch die Tiefstack-Schleuse zum Bille-Revier. Beim Schleusenwärter waren wir angekündigt, und die Rechnung von 2 Euro/Person sogar schon bezahlt. Doch hier stellte sich heraus, dass wir 34 Boote waren und damit mehr als angekündigt. Der Schleusenwärter stand viele Meter über uns und Hendrik rief ihm zu, die Restsumme einige Tage später persönlich zu begleichen.  
 
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Als Kontrast zur Hafenhektik begrüßten uns die Bille-Kanäle mit Schrebergärten, Motoryacht-Clubs, Industriebrachen, Gewerbehöfen und modernen Wohnhäusern. Für viele war es ein  Stück unbekanntes Hamburg vom Wasser aus betrachtet. Kurz vor dem Ziel querte der Hafencity-Riverbus unsere Route, was für beide Seiten offensichtlich eine Sehenswürdigkeit war, denn zahlreiche Kameras wurden gezückt. Eine abwechslungsreiche Tour, bei der auch unsere HKV-Präsidentin Andrea Sönnichsen dabei war, sowie 3 Gäste aus Elmshorn, die sich im nächsten Jahr mit einer Elbetour in ihrem Revier bei Kollmar revanchieren wollen. Insgesamt wurden 24 Kilometer gepaddelt.
 
Rund um Wihlelmsburg
 
Rund um Wilhelmsburg hieß es am 31. Oktober mit Start beim Wassersportverein Süderelbe. Jens Eckerich als Gastgeber konnte 39 Aktive begrüßen. Es hatte sich herumgesprochen, welche Besonderheiten die Gemeinschaftsfahrten bieten. Selbst der herbstliche Termin und die angepeilten 30-32 Kilometer waren kein Hindernis.  Wieder waren neue Gesichter aus allen drei Vereinen dabei, und für viele war es eine Süderelbe-Premierenfahrt. 
 
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Mit ausklingender Flut ging es vom Elbkilometer 615 in Richtung Zeltplatz Over bei KM 607 zur ersten Rast. Das Naturidyll rief bei den meisten RdEten anerkennende Kommentare hervor. Hier wolle man im nächsten Jahr auf jeden Fall mal zelten. Kaum vorstellbar, dass der Platz vor wenigen Wochen komplett überspült war und man mit dem Kajak ums Klohäuschen paddeln konnte. Auch hier hat unsere Elbe viele Gesichter. 
 
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Mit Einsetzen des ablaufenden Wassers ging es nun nordseitig an der Bunthäuser Spitze bei KM 608 vorbei. Die Bedingungen konnten nicht besser sein. Einziges Problem waren vielleicht die warmen Trockenanzüge mancher Aktiven. Ein leichter Schiebewind wehte uns in Richtung Stadt. Bald zeigte sich ein Panorama, wie man es nur aus dieser Perspektive sieht. Ob Hauptkirchen, Rathaus, Elbphilharmonie, Hafencity mit einem Wald aus Baukränen oder sogar die Türme der Mundsburg: alles lag im Sonnenschein vor uns.
Es wurde vereinsübergreifend geplaudert, Bekanntschaften geschlossen und sich am Kajaksport erfreut. Auf Höhe Entenwerder boten die Organisatoren eine Alternative zur langen Runde auf der Norderelbe. So bog ein Grüppchen ab in Richtung Peute. Die anderen erlebten nach dem erhabenen Gefühl an der Elbphilharmonie die Elbe zu queren, spätestens im Reiherstieg das raue Hafenleben von seiner schaukelnden Seite. Barkassen wühlten das Wasser auf, Spund- und Bordwände warfen Wellen zurück. Glück hatte, wer sich an der Norderwerft vor dem Trockendock unterm Bug der Konstantin schauern konnte. Andere waren zur Paddelstütze gezwungen. 30 bunte Kajaks boten eine Sehenswürdigkeit für die Hafenrundfahrer auf den Barkassen. 
 
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Am Ernst-August-Anleger trafen die Gruppen wieder aufeinander. Die Abzweiger hatten schnell noch einen Abstecher zur Peking gemacht. Die letzten Kilometer durch den Reiherstieg, der Norder- und Süderelbe verbindet, zogen sich hin. Alte Werften, Getreidesilos und Raffinerien waren ein Kontrastprogramm zum grünen Over. Rund Wilhelmsburg ist ein Highlight, das es so nur vom Wasser aus gibt. Schließlich erreichten wir die Reiherstieg-Schleuse, konnten unsere Paddel kurz ruhen lassen und waren nach einem weiteren Kilometer gegen den Strom wieder beim WVS. 
32 Kilometer in einem abwechslungsreichen Natur- und Hafenrevier in toller Gemeinschaft. Nicht ohne Pläne für das nächste Jahr zu schmieden, sagten wir drei Vereine uns Aufwiedersehen.
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( Das Orga-Team: Hendrik, Jens, und Frank)
Vielen Dank an Bruni vom RdE für den tollen Bericht. 
 
 
Noch mehr Fotos findet ihr auch in unserer Bildergalerie
 
Noch mehr Fotos von der Wilhelmsburger Runde findet ihr in der Bildergalerie. 

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