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Da der angesetzte Termin unserer diesjährigen Seerosentour mitten in den norddeutschen Sommerferien liegt, sollte das Ziel möglichst ohne lange Autofahrerei erreichbar sein. So fällt meine Wahl auf Barum, den Zeltplatz des Hamburger Kanuverbandes. Dieses idyllische Kleinod am Barumer See mitten in der Winsener Marsch gelegen, eignet sich perfekt dafür.

Vielen von uns jüngeren Paddlern ist dieser schöne Platz gar nicht bekannt, was sehr schade ist. In der kälteren Jahreszeit könnte man sogar im Kanuheim übernachten. Früher wurden dieser Platz, wie auch die anderen liebevoll gepflegten kleinen Zeltplätze der Kanuvereine, rege genutzt. Heute sind diese leider ein wenig in Vergessenheit geraten. Dabei liegen alle grandios in erster Reihe am Wasser und auch in der Feriensaison und an Feiertagswochenenden befindet man sich weit ab vom Massentourismus.

Nach knapp einem Jahr der Vorbereitung mit diversen regionalen Sicherheits- und Techniktrainings, Wetter und Navigationsworkshops war es soweit. Unser großes Ziel, nachdem wir Mitglieder der Salzwasser Union wurden, die Prüfung und Erlangung der Seebefähigung oder abgekürzt dem A-Schein.

Am Samstag den 15. Juni trafen wir im Hafen von Neuharlingersiel ein. Um 10:30 Uhr mussten wir pünktlich, die Boote geladen und komplett angerödelt vor unseren Prüfern erscheinen. Rund 50 Teilnehmern in diversen Prüfungsstufen (Prüfung zur Seebefähigung, zum Fahrtenleiter und zum Ausbilder) ging es genauso. Deutlich wurde uns mitgeteilt „ab sofort beginnt eure Prüfung!"

Schön, dass der Wassersport-Verein Süderelbe wiederkehrende Veranstaltungen bietet. Eine davon ist unser Grillen zu Beginn der Hamburger Sommerferien. Im Anschluss an den Paddeltreff an einem Donnerstag sitzen wir in geselliger Runde vor dem Bootshaus. Kulinarisch wird einiges geboten. Viele selbstgemachte Salate und Pasten lassen auch die Vegetarier satt werden.

Es sind Sommerferien. Eine Sommerpause kennen wir nicht. Ungeachtet mancher WVS-Urlaubstour (auf Nordsee, Ostsee, Elbe, Regen u.a.) findet unser Paddeltreff donnerstags für jedefrau/jedermann statt und ist ein beliebter Treffpunkt.

1974, Klassenreise nach Prag. Ein eiskalter Februartag, alles ist düster und unwirklich. Die Landschaft ist tief verschneit. Unser Zug fährt durch das Elbsandsteingebirge zwischen Dresden und der damaligen Tschechoslowakei. Die alte Dampflokomotive keucht schwer, der Schornstein sprüht Rauch, Funken und Kohlestücke. Kontrollen, Posten, Bahnpolizei mit Schäferhunde im Zug. Ich komme mir vor wie „Dr. Schiwago“ auf dem Weg in die Verbannung. Und trotzdem, ich starre durch die Eisblumen an den Scheiben hinaus auf den Fluss. Ich bin fasziniert von der Landschaft und dem Fluss, unserer hier so ganz anderen Elbe.

Wenn man dort einmal paddeln könnte! Das wäre etwas! Das ist natürlich ein völliges Hirngespinst. Der Fluss liegt hinter dem Eisernen Vorhang. Auf beiden Seiten der Grenze belauern sich hochgerüstete Panzerarmeen.

Kaum hat der Sommer so richtig begonnen, tobt donnerstags ab 18:00 Uhr das Leben vor dem Bootshaus des Wassersport-Verein Süderelbe e.V. an der Harburger Elbbrücke. Eine bunt zusammengewürfelte Schar kanusportbegeisterter Kanuten schultert seine Kajaks und transportiert sie auf die Rasenfläche vor dem Bootshaus. Nach dem vorbereiten der Kajaks werden immer drei oder vier Boot auf die Lore der Slipanlage gelegt. Samt eingestiegenem Paddler rollt die Lore dann über die schräge Ebene ins Wasser bis die Boote aufschwimmen. Komfortabler geht es nicht!

 

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